„Wenn wir zuhause sind, geht es erstmal in die Badewanne!“, denkt sie. Die Erde ist durchweicht vom Februarregen und Wasser steht auf den nackten Feldern. Sie kann die Mädchen nicht sehen, hört aber ihre fröhlichen Schreie von der Schafsweide herüber schallen. Der Wind pfeift über den Feldweg und ihre Haare wehen im Wind. Einen kurzen Moment meint sie den Frühling in der Luft zu spüren. Sie weiß, bald werden im Garten die Krokusse kleine farbige Tupfer auf die Wiese machen. Und trotzdem erscheint die Zeit so langsam voranzugehen, so zäh zieht sie sich dahin. Sie verhöhnt alle Sehnsucht mit ihren dunklen Morgen, bleichen Gesichtern und ihrer feuchtkalten Luft . „Bald wird es besser!“, dieses Mantra hat sie heute schon ein paarmal gehört. Im Radio haben sie von den ersten Frühlingsboten erzählt. Und die zwei Frauen, die sich jeden Morgen über den Gartenzaun unterhalten, waren sich sicher, dass es wirklich bald besser wird. Sogar ihr Mann hat in das allgemeine Frühlingslied eingestimmt. „Es wird bald besser!“, ruft nun auch der Wind und weht ihr eine riesige laute Böe ins Gesicht: „Hör auf zu jammern!“, setzt er hinterher. Sie seufzt. „Kommt Kinder, wir gehen rein!!!“, schreit sie laut. Dann sieht sie sie. Matschig von oben bis unten kommen sie angerannt. In den Fäusten eine wahre Flut an Schneeglöckchen. „Mama, hörst Du das klingeln?“ Und dann hört sie es.. es ist nur ein leiser Glockenton, aber sie hört es… Frühling.

Und meine Garten-Garderobe ist auch schon einsatzfähig.

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